New York Times: Hisbollah und den Iran

Die libanesische Hisbollah ist „eines der wichtigsten Instrument für die Hegemonialbestrebungen des Iran in der Region“, schrieb die New York Times. Die Gruppe wurde in den 80er Jahren von den Revolutionsgarden des iranischen Regimes (IRGC) gegründet und „hat seine Operationen rasant ausgeweitet. Sie entsendete Legionen von Kämpfern nach Syrien. Sie haben Trainer in den Irak geschickt. Sie haben die Rebellen im Jemen unterstützt und sie haben in Afghanistan ein Bataillon organisiert, dass im Grunde überall kämpfen kann.“, hieß es weiter in dem Bericht in der Sonntagsausgabe der Times.

„Die Hisbollah ist quasi an jedem Kampf beteiligt, an dem der Iran ein Interesse hat, doch noch wichtiger ist, dass er bei er Rekrutierung, dem Training und der Bewaffnung neuer militanter Gruppen half, welche die iranische Agenda ebenfalls unterstützen.“ Laut des Berichts der NY Times spielt die Hisbollah vor allem in Syrien eine entscheidende Rolle beim Machterhalt von Diktator Bashar al-Assad, der ein wichtiger Verbündeter des iranischen Regimes ist und das klerikale Regime in Teheran „hat seine Bestrebungen zum Erreichen seiner Ziele verstärkt.“  „Der Iran und die Hisbollah stützen einander. Für den Iran ist eine persische Nation in einer meist arabischen Region wichtig, daher spielt die Hisbollah nicht nur eine militärische Rolle, sondern sie beeinflusst auch arabisch sprechende Anführer und Vertreter und sie kann so leichter mit der arabischen Welt arbeiten. Für die Hisbollah bedeutet die Allianz eine Menge Geld, mit der sie ein teures Netzwerk sozialer Dienste im Libanon aufbauen kann. Dieses Netzwerk von Schulen, Krankenhäusern und Anwerbergruppen sorgt – zusammen mit den Waffen, der Technologie und den guten Löhnen für seine Anhänger - für Tausende Kämpfer.“Das Netzwerk der Hisbollah hat auch die Konflikte in der ganzen Region verändert.Im Irak vertreten sie die Interessen des iranischen Regimes. Im Jemen haben sie die Hauptstadt übernommen und Saudi – Arabien in einen teuren Krieg getrieben. Laut des Berichtes gehen die Wurzeln der Gründung dieses Netzwerkes auf die „Invasion der USA im Irak 2003 zurück, als der Iran die Hisbollah um Hilfe bat, um die irakischen schiitischen Milizen zu organisieren. Diese töteten später Hunderte US Soldaten und weit mehr Iraker.“„Nachdem die US Invasion 2003 zum Sturz von Saddam Hussein führte, gingen ihre Vertreter in den Irak und halfen bei der Organisation der Milizen. Diese bekämpften die US Soldaten mit Straßenbomben und anderen Anschlagstaktiken.“ „Einige der früheren Kämpfer dieser Milizen führen heute verschiedene Gruppen in Syrien an.“ „Die Hisbollah – dessen Name in Arabisch „Partei von Gott“ bedeutet – hat tiefe ideologische Verbindungen mit dem Iran. Die meisten von ihnen glauben an das vilayat-e-faqih, einem Konzept, welches den obersten geistlichen Führer des Iran als höchste Instanz in religiöser und politischer Sicht und als unangefochtene religiöse Autorität sieht.“Der Bericht ergänzt:“ Die Hisbollah ist an vielen Orten aktiv und kämpft gegen so viele Feinde, dass manche sie scherzhaft als „Blackwater des Iran“ bezeichnen, in Anlehnung an die berüchtigte US Söldnerfirma.“Die Anführer der Hisbollah haben mehrfach bestätigt, dass der Hauptteil der Finanzierung der Gruppe aus dem Iran kommt.

 
 
 
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