Afghanen für Einsatz in Syrien

Empfehlung Afghanen für Einsatz in Syrien

Das iranische Regime verbreitet einen Videoclip, um Afghanen zum Einsatz in Syrien zu rekrutieren

Das iranische Regime hat einen neuen Videoclip herausgegeben; mit ihm sollen afghanische Staatsangehörige zur Unterstützung des Regimes von Bashar al-Assad für den Einsatz rekrutiert werden.

Dieser Clip, der sechs Minuten dauert, wurde von dem staatlichen Fernsehsender „Ofogh TV“ (www.ofogh.ir) produziert und wird von ihm verbreitet. Zu den staatlichen Medien, die ihn ausstrahlen und verbreiten, gehört die Nachrichtenagentur „Fars“, die mit dem Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des iranischen Regimes verbunden ist. (Videoclip in youtub anschauen: https://youtu.be/nAqRHG8-e3I )

Der Clip ist „den Helden der Erde, die niemand besingt,“ gewidmet, „denen, die im Himmel bekannt sind und den Kämpfern der Division ‚Fatemiyoun’“; darin wird ein Afghane gezeigt, der Fotos von Afghanen schönt, die im syrischen Krieg gefallen sind. Ein Knabe und ein Mädchen ermutigen ihn zum Einsatz an der Front.

Dann zieht er vor einem Bild des Höchsten Führers des iranischen Regimes, Ali Khamenei, eine Uniform an. Er trägt nun das Emblem der Fatemiyoun-Miliz auf dem Ärmel und geht in den Krieg. Den Clip durchzieht ein Propaganda-Lied in afghanischer Sprache, gesungen von einem Mann – auch es ein Teil der Rekrutierungskampagne, mit der Afghanen zum Einsatz gewonnen werden sollen.

In dem Lied heißt es: „Wir sind das Schwert gegen den wütenden Feind. Wir kommen von der islamischen Nation, dem Land Afghanistan. Wir sind die Hüter des Glaubens; wir sind dem Koran treu. Wir sind die Erben des Blutes, die Erben der Märtyrer. Die Welt wird von unserem Kampf widerhallen, unserer Entschlossenheit und Tapferkeit, unserem Willen und unserer Entschiedenheit.“

Ein Rekrut im Alter eines Teenagers trägt ein Stirnband, auf dem zu lesen ist: „Verteidiger des heiligen Schreins“. Das iranische Regime interpretiert ja seine Beteiligung an dem syrischen Krieg als Unternehmen „zur Verteidigung der heiligen Schreine“. Dabei erleidet es seine größten Verluste in der Gegend von Aleppo – fast 300km entfernt von den bei Damaskus befindlichen heiligen Schreinen.

Nachrichten zufolge, die das Netzwerk der oppositionellen „Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI oder MEK)“ aus dem IRGC erhielt, hat Teheran mehr als 70 000 Soldaten von den Revolutionsgarden, der regulären Armee und ausländischen Milizen zum Kampf für Assad nach Syrien verlegt. Dazu gehören zwischen 15 000 und 20 000 Kämpfer der „Fatemiyoun“, einer afghanischen Miliz, die von der Quds-Truppe des IRGC gebildet wurde.

Wie folgt kommentierte Shahin Gobadi vom auswärtigen Ausschuß des Nationalen Widerstandsrates des Iran den Clip am Dienstag:

„Syrien hat sich in einen einzigen Sumpf verwandelt - eine Sackgasse für das iranische Regime. Ali Khamenei, sein Höchster Führer, betrachtet das Ende von Assads Herrschaft als rote Linie des geistlichen Regimes. Die iranische Jugend schreckt vor der Beteiligung an diesem verbrecherischen Krieg zurück; daher bleibt Khamenei keine Wahl, als die Veteranen seines IRGC mit ihren Kommandeuren nach Syrien zu schicken, obwohl bisher schon bis zu 50 von dessen Brigadegenerälen in Syrien gefallen sind. Auch ist er bemüht, noch mehr Truppen an die Front zu schicken, ebenso noch mehr nicht-iranische Söldner, darunter besonders afghanische Flüchtlinge – Kanonenfutter.

Allen seinen Verbrechen zum Trotz, und obwohl er alle militärischen, finanziellen und propagandistischen Kapazitäten des Regimes mobilisiert hat, ist es zu keinem Durchbruch gekommen. Statt dessen erleidet das iranische Regime immer mehr Verluste; daher wird es verachtet und isoliert – selbst unter den afghanischen Flüchtlingen im Iran -, in solchem Maße, dass Khamenei sich persönlich gehalten sah, am 28. März mit Angehörigen der afghanischen Söldner, die in Syrien gefallen waren, zusammenzutreffen, um ihre Moral zu heben.“

Nach einer Reihe erheblicher Niederlagen und großer Verluste in den zurückliegenden Monaten wird es für das fundamentalistische Regime des Iran zunehmend schwieriger, iranische Einheiten zum Einsatz in Syrien zu bilden. Es verlegt sich immer stärker auf die Mobilisierung im Iran lebender afghanischer Flüchtlinge. Dabei bedient es sich verschiedener Taktiken, u. a. der Drohung, sie hinzurichten.

Am 8. April erklärte der Nationale Widerstandsrat des Iran (NCRI): „Die Büros der Quds-Truppe in Teheran sowie ihre Büros in den östlichen Regionen des Landes bedienen sich der Lockung und des Zwangs, um Afghanen, die im Iran leben, an die syrische Front zu schicken. Das IRGC macht sich die verheerende Armut der afghanischen Staatsangehörigen und ihren Mangel an legalen Ausweisen zu Nutze, um sie zum Einsatz in Syrien zu bestimmen. In vielen Fällen wurden afghanische Häftlinge – selbst solche, die zum Tode verurteilt wurden – begnadigt, wenn sie zu diesem Einsatz bereit waren.“

Im April räumte einer der höchsten Generäle des IRGC ein, dass das iranische Regime die afghanischen Söldner, die im Kampf für Assad gefallen waren, auf iranischen Friedhöfen anonym bestattete. Man nimmt solche Bestattungen ohne Feier vor, um die hohen Verluste zu vertuschen, von denen die afghanischen Rekruten des IRGC betroffen sind.

General Saeed Qassemi, ein ranghoher Kommandeur des IRGC, wurde am 9. April von der staatlichen Nachrichten-Website „Shaeed“ dahin zitiert, etwa 28 afghanische Söldner der Quds-Truppe des IRGC seien in Syrien gefallen und in Teheran anonym bestattet worden.

Nach offiziellen, vom Regime veröffentlichten Statistiken leben im Iran mindestens 1,49 Millionen afghanische Flüchtlinge. Davon besitzen zwischen 800 000 und einer Million keine Dokumente, keine Personalausweise, und sind arbeitslos. Nach den Regeln des Innenministeriums dürfen im Iran lebende Afghanen kein Eigentum besitzen; sie haben keine persönliche, keine gesetzliche Identität. Sie leben nicht nur unterhalb der Armutsgrenze, sondern sogar unterhalb des Existenzminimums.

Unter diesen Umständen hat das Regime die Miliz „Fatemiyoun“ gebildet; sie wird von der Quds-Truppe des IRGC beaufsichtigt und ist mit der Rekrutierung von Afghanen für den Krieg in Syrien beschäftigt. Die afghanische Truppe bestand zunächst nur aus einem Bataillon; daraus wurde eine Brigade und später eine Division.

Nach einem Bericht des NCRI vom 5. Februar, in dem Informationen der PMOI zitiert werden, werden die afghanischen Rekruten des IRGC in Ausbildungslager der Quds-Truppe gebracht; dort erfahren sie eine vierwöchige militärische Grundausbildung. Darnach zahlt man ihnen $500 aus. Dann werden sie in Gruppen zu je 200 Mann nach Syrien geschickt und dort in die Divisionen von „Fatemiyoun“ eingegliedert.

Man bringt sie mit Maschinen der dem IRGC gehörenden „Mahan Airline“ zum Flughafen von Damaskus. Dann suchen sie die heiligen Schreine von Zeinab und Roqiya auf, um darnach zum Einsatz an verschiedenen Fronten entsandt zu werden. Der Einsatz dauert 60 Tage; alle ihre Vorgesetzten und Ausbilder gehören dem IRGC an.

Die hohe Zahl der Verluste und die Weigerung des iranischen Regimes, die Familien derer, die in Syrien getötet oder verwundet wurden, zu unterstützen, hat unter den Afghanen, die nach Syrien entsandt wurden, und ihren Angehörigen viel Unzufriedenheit hervorgerufen. Daher sind viele von den im Iran lebenden Afghanen nicht bereit, im syrischen Krieg eingesetzt zu werden. So kommt es, dass das iranische Krieg kaum noch imstande ist, die zum Machterhalt Assads nötigen Truppen zur Verfügung zu stellen.