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Ermordung iranischer Oppositioneller

Niederlande rufen Botschafter aus Teheran zurück

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Vor dem Hintergrund der Ermordung iranischer Oppositioneller in den Niederlanden hat die Regierung in Den Haag ihren Botschafter aus Teheran abberufen. Der niederländische Außenminister Stefan Blok teilte gestern mit, die Regierung habe den Botschafter zu „Konsultationen“ zurückbeordert. Blok begründete das mit der „inakzeptablen“ Ausweisung zweier niederländischer Diplomaten aus dem Iran.

 „Starke Hinweise“ auf Ermordung

Laut Blok reagierte die Regierung in Teheran mit der Ausweisung am Sonntag ihrerseits auf die Ausweisung von zwei Mitarbeitern der iranischen Botschaft in Den Haag im vergangenen Juni. Diese seien des Landes verwiesen worden, da es „starke Hinweise“ gebe, dass der Iran in die Ermordung von zwei iranischen Oppositionellen in den Niederlanden verwickelt gewesen sei, so Blok.

Die beiden Oppositionellen Ali Motamed und Ahmad Molla Nissi, die die niederländische Staatsbürgerschaft hatten, waren 2015 und 2017 in Almere und Den Haag ermordet worden. Der niederländische Geheimdienst hegt den Verdacht, dass der Iran hinter den Attentaten steckt. Der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghasemi bestätigte gestern, dass zwei niederländische Diplomaten zur „Vergeltung“ für die Ausweisung der Iraner des Landes verwiesen worden seien.

Aufruf zu Reaktion

Derweil forderte die ultrakonservative iranische Zeitung „Kaihan“ heute auch die Ausweisung von französischen Diplomaten, weil Frankreich einen iranischen Diplomaten unter dem „absurden Vorwurf“ ausgewiesen habe, einen Angriff auf eine „Versammlung des Terrorkults“ in Paris geplant zu haben.

Der Iran steht im Verdacht, im vergangenen Juli einen Anschlag auf die Jahresversammlung der oppositionellen iranischen Volksmudschaheddin in Paris geplant zu haben. Zu diesem Konvent reisen über 100.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt an. Hochrangige Redner wie Rudolph Giuliani, der Anwalt des US-Präsidenten wohnen diesem Großereignis bei. In diesem Zusammenhang hatte Deutschland einen iranischen Diplomaten festgenommen und an Belgien ausgeliefert, wo zwei weitere Iraner im Besitz von Sprengstoff festgenommen wurden. Teheran bestreitet jede Verwicklung in die Pläne.

Quelle: Agenturen/red

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