Iran:Sind die Proteste beendet?

Erklärung der pro – NWRI Studenten über die aktuellen AufständeIn Mashhad und einigen anderen Städten begannen am 28. Dezember 2017 tapfere Iraner mit Aufständen, die sich bald landesweit ausweiteten. Zahlreiche Städte im ganzen Land schlossen sich den Protesten an und die Sprechchöre über wirtschaftliche Probleme wurden schnell in radikale politische Sprechchöre verwandelt.


Bei den zwei Wochen lang andauernden Protesten ging es um die Wurzeln der Probleme. Es gibt um die seit 100 Jahren immer wieder kehrenden Ziel der Bewegung für Freiheit und Demokratie im Iran und sie sind immer noch auf dem Tisch der Agenda. Dennoch haben diese landesweiten Proteste einen ganz anderen Weg genommen, als alle anderen Proteste der letzten 40 Jahren und dies muss man deutlich machen, bevor man die aktuelle Position der Bewegung bewerten kann.1.    Einer der ersten Charakteristika der Aufstände war, dass die Bewegung jegliche reaktionäre Verunreinigung des unmenschlichen herrschenden Regimes ablehnte. Zum ersten Mal bekamen die Aufstände eine öffentliche Natur und sie waren völlig unabhängig von jeglichen Kämpfen der diversen Machtgruppen der Mullahs. Es gab ein Ende all der Ablenkungen und es ging einzig und allein um das Ende des totalitären und menschenverachtenden Regimes. Besonders gut war dies im Slogan:“ Moderate, Hardliner, es ist vorbei“ zu hören. Das Regime hatte alle vergangenen Aufstände am Ende für seinen Vorteil genutzt und sie als interne Machtkämpfe im velayat-e fagih System dargestellt und versuchte der Öffentlichkeit die Meinung aufzudrücken, dass die Proteste im Rahmen der Prinzipien des Regimes statt fanden und dass sie seine demokratische Natur zeigen.  Doch die aktuellen Aufstände haben dieser Täuschung ein Ende gesetzt, sie haben auf deutlichstem Weg gezeigt, dass das iranische Volk genug davon hat und gegen das gesamte Regime aufsteht. Die Aufstände haben klar gemacht, dass der einzige Weg zur Verhinderung einer ausländischen Aggression die Ablehnung des gesamten Regimes ist, inklusive seiner Mafiagruppen und seiner internen Machtgruppen. 2.    Das zweite Charakteristikum der aktuellen Aufstände war seine Universalität. Die Aufständen fanden in fast 140 Städten im gesamten Iran statt und sogar einige Dörfer schlossen sich ihnen an. Das Regime war so gezwungen, seine unterdrückenden Einheiten in alle möglichen Gebiete zu entsenden. Zu den Aufständen zählten Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft, obwohl natürlich die treibende Kraft die Unterschicht war, wo die Menschen besonders stark von sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen ausgeschlossen sind. Der Begriff „Unterschicht“ bedeutet dabei nicht nur den Bezug zu den armen Bevölkerungsteilen. Es bedeutet vor allem, dass die Politik des Regimes generell soziale Vorteile versagt und sogar unterdrückt. Der aktuelle Aufstand war die erste unabhängige Bewegung der iranischen Unterschicht und sie stand gegen das Ausplündern ihres Wohlstandes durch das Regime auf. 3.    Das dritte Charakteristikum der Bewegung war, dass sie kaltes Wasser über die dem Regime verbundenen Theoretikern ausschüttete. Sie lehnte in Gänze ihre Theorie ab, dass der Iran nach Syrien einmarschieren musste, weil sonst das Regime gestürzt worden wäre. Der einheitliche Slogan:“ Mein Leben gilt nur dem Iran“, den iranische Türken, Beluchen, Türken, Araber und Perser einheitlich im ganzen Land riefen, machte selbst dem ignorantesten Politiker deutlich, dass es sich um ein reaktionäres Regime im Iran handelt, welches die Iraner gegeneinander aufhetzt und spaltet, dass das iranische Volk hingegen, egal welche Ethnie, Sprache und Tendenz es hat, gemeinsam für einen freien und demokratischen Iran kämpft und dass es für jeden Iraner das Recht anerkennt und das dieses Recht nur erfüllt werden kann, wenn man das faschistische und religiöse Regime durch eine säkulare und nicht - religiöse Regierung ersetzt.  Diese Forderung war in vielen Slogans, wie zum Beispiel „Es interessiert uns nicht, ob ihr Panzer und Artillerie gegen uns einsetzt, die Mullahs werden verlieren“, „Mullah! Es ist genug! Schämt euch und verlass das Land“ oder „nieder mit dem Prinzip des velayat-e fagih“ zu hören. 4.    Eine besondere Charakteristika des Aufstandes war, dass sie auf Frieden und der Ablehnung jeglicher Einmischung des Iran in iranische Nachbarstaaten basierte. Slogans wie:“ Weder Gaza noch Libanon, ich gebe mein Leben nur für den Iran“ und „Vergesst Syrien, denkt an uns“ machten deutlich, dass das iranische Volk genug von den Interventionen in Nachbarstaaten hat und das es Frieden und eine Nicht – Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Nachbarstaaten fordert. 5.    Die Slogans der Aufstände waren einheitlich und perfekt ausgearbeitet. Sie gingen weg von den traditionellen und religiösem Hintergrund und sie forderten eine säkulare Zukunft und den Willen des Volkes zur Trennung von Religion und Politik und die Gründung einer Regierung, die kurz nach dem Sieg des Aufstandes dies umsetzt.
Zusätzlich zu den erwähnten Charakteristika hatten die Aufstände weitere positive Aspekte. Zu ihnen gehörte eine globale Unterstützung für die Iraner, die zeigte, dass das iranische Volk nicht für die Finanzierung von Terrorismus und Interventionismus verantwortlich gemacht werden kann, sondern dass es von einer Dominanz der Mullahs unterdrückt wird und sich davon befreien will. Schaut man auf die Ergebnisse dieses Aufstandes, dann kann man ihn nur als den Beginn der Freiheitsbewegung im Iran sehen, einer Revolution, die nun begonnen hat und diejenigen, die denken, die Aufstände sind vorbei, wissen nicht viel über Revolutionen und wie sie entstehen und wie sie sich entwickeln. Die internationalen Bedingungen kommen uns heute zugute und auch sie werden zu einem fundamentalen Wandel im Iran führen, einem Wandel, der den Interessen des Westens entspricht und sie werden sie daher unterstützen. Schaut man auf die aktuellen Ereignisse, die in unserem besetzen Heimatland geschehen – darunter die fortgesetzten Proteste der Arbeiter und ausgeplünderten Investoren, der fortgesetzten Streiks in Fabriken und Industrieeinheiten, der Demonstrationen in Amol, der Verbrennungen von Chamenei und der Banner der Bassidsch Einheiten in verschiedenen Orten Bildern durch den nationalen Widerstand, den Protesten vor den Gefängnissen gegen die Inhaftierung von Demonstranten und die beeindruckenden Zeremonien für die ermordeten Freiheitskämpfer der Aufstände, dann sieht man, dass die iranische Gesellschaft weiterhin explosiv bleibt und weiter kämpfen will. Diese führen zu immer mehr erzwungenen und demütigenden Rückzügen des Regimes und auch wenn der Aufstand seine Hoch und Tiefs haben wird, dann werden seine Flammen bald wieder entfesselt werden. Das Regime spürt diese Sackgasse und seine Unfähigkeit für jegliche Reformen. Nach den Aufständen hat die internationale Gemeinschaft verstanden, dass das Regime keine Unterstützung des Volkes mehr hat und von ihm entrückt ist. Die subjektiven und objektiven Bedingungen für den Aufstandes waren eindeutig. Wenn man all die erwähnten Punkte betrachtet, dann ist der Sturz des Regimes sein unvermeidliches Schicksal. Der Sturz des Regimes wird das besetzte Land befreien und dies ist in greifbare Nähe gerückt. Die Fortsetzung der Aufstände sind nicht nur ein Wunsch, sondern sie sind der einzige Weg zur Freiheit. Das iranische Volk hat verstanden, dass es so lange nicht still sein darf, bis dieses Regime gestürzt ist. Und daher wird der Aufstand so lange nicht beendet sein, bis das Regime zusammen gestürzt ist. Grüße an den Frieden und die FreiheitGrüße an die von Blumen umsäumten Märtyrer der AufständePro – NWRI Studenten, Karaj Azad Universität
17. Januar 2018