Politischer Gefangener im Hungerstreik

Empfehlung Politischer Gefangener im Hungerstreik

Iranischer politischer Gefangener geht in den Hungerstreik und beendet Medikamentenaufnahme

Am 17. Juli ging der politische iranische Gefangene Arzhang Davoodi in den Hungerstreik und stoppte seine Medikamentenaufnahme, um gegen die katastrophale Situation seiner Zellenkameraden zu protestieren.

Davoodi ist im berüchtigten Gohardasht Gefängnis (Rajai Shahr) in Karaj, nordwestliche von Teheran, inhaftiert.

Nach der Bekanntgabe seines Hungerstreiks schrieb Davoodi eine Erklärung über die menschenunwürdigen Haftbedingungen der Gefangenen und der weitreichenden Korruption im Regime. Er schrieb:“ Ich werde meinen Hungerstreik so lange nicht beenden, bis sich die Bedingungen der Gefangenen verbessern. Die internationalen Menschenrechtsgremien müssen über diese Haftbedingungen reden. Der Sonderbeauftragte des UN Menschenrechtsrates muss die Möglichkeit bekommen, die Gefängnisse im Iran zu besuchen und sich ein Bild über die abnormalen und menschenunwürdigen Bedingungen hier zu machen. Die fabrizierten Anschuldigungen der Mullahs, die Anklageschriften und die Korruption im Regime, sowie die Drogenfrage sind ernste Probleme, ebenso der Umgang mit Inhaftierten, die an unheilbaren Krankheiten leiden. All das muss aufgedeckt werden.“

An Ahmed Shaheed, den UN Sonderbeauftragten für die Menschenrechtslage im Iran, sowie an alle Menschenrechtsaktivisten und internationale Foren gerichtet, schrieb er:

„Nach all den Jahren der Haft und all den illegalen Anschuldigungen durch die Mullahs will ich mit dieser Aktion das Bewußtsein aller Menschen über die inhumanen Bedingungen der Gefangenen schärfen. Die brutalen Gefängniswärter in Gefängnissen wie Rajai Shahr (Gohardasht) haben die Gefängnisse zu einem Friedhof und Schlachtfeld für Jugendliche gemacht. Sie schmuggeln Waren in die Zellen, um am Leid der Gefangenen zu verdienen und sie schmuggeln auch Drogen in die Gefängnisse. Diese Drogen sind eine Haupteinnahmequelle für sie im Gefängnissystem und ich schäme mich, darüber berichten zu müssen, über all diese Verbrechen, dessen Umstände sich nun auf die Gefangenen auswirken.“  

Arzhang Davoodi schreibt am Ende seiner Erklärung:“ Von Sonntag, dem 17. Juli 2016 an, werde ich meine Medikamente verweigern und in den Hungerstreik gehen, damit die Welt auf unsere aktuelle Situation aufmerksam wird. Ich möchte betonen, dass mir bereits vom Leiter des Gefängnisses, Mohammad Mardani, gedroht wurde, dass ich dann in Einzelhaft verlegt werde.“

Hintergrund:

Davoodi wurde 2003 verhaftet und für lange Zeit in Einzelhaft gehalten, wo er gefoltert und ihm der Besuch eines Anwaltes und seiner Familienangehörigen verweigert wurde.

Im März 2005 wurde er zu 35 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde in der Berufungsverhandlung auf 10 Jahre reduziert. Seine Anklage lautete:“ Verbreitung von Propaganda gegen das System“ sowie „Gründung und Leitung einer Organisation gegen die Regierung“. Laut Amnesty International erhielt er seine Strafe für seine friedlichen Aktivitäten, unter anderem der Leitung eines Bildungszentrum. Im Mai 2014 wurde er zu weiteren 2 Jahren Haft verurteilt, weil er „den obersten Führer beleidigt hat“.

Arzhang Davoodi wurde ebenfalls wegen seiner politischen Meinung und der friedlichen Ausübung seines Rechtes auf Meinungsfreiheit zum Tode verurteilt.

Ihm wird vorgeworfen, Verbindungen zur PMOI zu haben, weil er darauf besteht, dass die PMOI mit ihrem offiziellen Namen – Mojahedin – bezeichnet wird, anstatt des Begriffes Monafeghin (Heuchler), welchen die iranischen Machthaber benutzen. 2014 brachte Amnesty International einen dringenden Aufruf über seinen Fall heraus.