Dringlicher Aufruf zum Handeln

Es ist zwanzig Tage her, daß mindestens 18 politische Gefangene im Gefängnis von Gohardasht bei Karaj, westlich von Teheran, in einen Hungerstreik getreten sind. Ihr Zustand wird als verheerend bezeichnet. Ihr Protest begann am 30. Juli nach einem bösartigen Überfall der Beamten auf die Insassen der Halle 12 in der Abteilung 4. Ihre Habseligkeiten und ihr Geld wurden ihnen gestohlen, und sie wurden in die Halle 10 dieser Abteilung gebracht, wo sie seitdem in unmenschlich rauer Umgebung gehalten werden. Sie fordern ihre Rückverlegung in die Halle 12 und die Rückgabe ihrer Habseligkeiten und ihres Geldes. Die Beamten zerbrachen den Häftlingen die Brillen, stahlen ihre Scheckkarten und verbrauchten ihren Kredit in dem Gefängnisladen.

Diese politischen Gefangenen – die meisten von ihnen können nicht gehen – leiden an Herz-, Lungen-, Nieren- und anderen Krankheiten. Viele von ihnen sind außerdem von chronischem Kopfschmerz und Nervenleiden betroffen, da die Behörden in der Anlage Störsignale installiert haben. Die Gefangenen leben ohne jede Medizin. Selbst die extrem teure Medikation, die außerhalb des Gefängnisses von ihren Angehörigen besorgt wird, konfiszieren oder stehlen die Gefängnisbeamten.

Diese im Hungerstreik befindlichen Häftlinge erleiden ständig Beschränkungen; man droht ihnen Verlegung in Einzelhaft und weitere Mißhandlung an. Die Häftlinge, die sich auf der Todesliste befinden, werden bedroht, man werde sie früher hinrichten, wenn sie ihren Hungerstreik fortsetzten.

In Halle 10 wurden Dutzende Rundum-Kameras sowie akustische Überwachungsanlagen installiert – zur Erhöhung des auf die Häftlinge ausgeübten Drucks, um sie vollständiger Kontrolle zu unterwerfen und um zu verhindern, daß Nachrichten über sie das Gefängnis verlassen.

Jene Häftlinge, die an Erkrankungen der Atemwege leiden, müssen erleben, wie sich während der sommerlichen Hitze ihr Gesundheitszustand durch das Fehlen von Belüftungsanlagen verschlechtert, während alle Fenster durch Metallplatten versperrt sind.

Der Mangel an dem hygienisch Erforderlichen – wie z. B. an Seife – hat unter den Häftlingen zur Ausbreitung von Hautkrankheiten geführt; hinzu kommt der Mangel an angemessener Kleidung.

Der iranische Widerstand ruft zur Sorge um das Leben dieser im Hungerstreik befindlichen politischen Gefangenen in Gohardasht auf und betont die Verantwortung des religiösen Faschismus, der den Iran beherrscht, für Schäden, die ihrer Gesundheit zugefügt werden. Er fordert die internationale Gemeinschaft, besonders den Hochkommissar der Vereinten Nationen für die Menschenrechte, den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen und ihren Besonderen Berichterstatter zur Lage der Menschenrechte im Iran auf, umgehend zur Verbesserung ihrer Lebensumstände und zur Rettung ihres Lebens tätig zu werden.