Iran:Todesstrafe für einen Teenager

NWRI – Mehrab Eyvazi, ein Jugendlicher, der im Alter von 17 mit neun anderen verhaftet worden war, wurde von einem Gericht des Regimes wegen Mordes zum Tode verurteilt. Nach Berichten wurde er in einer Polizeistation heftig geschlagen und erlitt Körperverletzungen. Zudem wurde ihm mit Vergewaltigung gedroht.

Herr Eyvazi war weniger als 18 Jahre alt zum Zeitpunkt seiner Festnahme, aber die Gerichtsmedizin bescheinigte ihm trotz seiner Minderjährigkeit einen [hinreichenden] „rationalen und geistigen Entwicklungsstand“[, um verantwortlich zu sein]. Das lieferte die Rechtfertigung für das Urteil auf Todesstrafe.

Ein Mitglied der Familie von Mehrab sagte in einem Interview dazu: „Mehrab wurde zusammen mit anderen zum Büro des Nachrichtendienstes (zur Internierung) gebracht, nachdem er verhaftet worden war. Über eine lange Zeit hin haben sie ihm nicht erlaubt, mit seiner Familie zu sprechen. Er hatte keinen Anwalt und wurde bei der Vernehmung so stark geschlagen, dass er sich nicht einmal mehr bewegen konnte“.

Diese informierte Quelle berichtete weiter: „Nachdem Mehrab Kontakt zu seiner Familie bekam, erzählte er, dass sie ihn sich nackt ausziehen ließen und zwangen, sich auf den Boden zu legen, während sie ihn mit einem Stock in erniedrigender Pose filmten, wobei sie ihm mit Vergewaltigung drohten.

Mehrab hat das dem Richter auch mitgeteilt und gesagt, dass das Geständnis erpresst worden sei, aber der Richter antwortete ihm, dass solche Sachen im islamischen System nicht vorkommen, und bezichtigte ihn damit implizit der Lüge.

Auch den Besuch in der Gerichtsmedizin hat Mehrab seinen Angehörigen gegenüber dargestellt  und wie sein geistiges Wachstum begutachtet wurde. Nach seinen Worten passierte das so: „Sie haben mir nur ein paar einfache Fragen über mich und meinen Fall gestellt wie: was hast du draußen gemacht, warum bist du nicht zum Lernen in die Schule gegangen. Dann kam ein anderer Arzt und hat mich nur von Kopf bis Fuß angeschaut, was weniger als eine Minute dauerte und so haben sie meinen rationalen und geistigen Entwicklungsstand diagnostiziert!““

Mehrabs „geistiger und rationaler Entwicklungsstand“ wurde von den Forensikern diagnostiziert, während bei anderen Teenagern, die in den gleichen Fall verwickelt und sogar älter als er waren,  ein fehlender rationaler und geistiger Entwicklungsstand diagnostiziert wurde.

Eyvazis Angehörige erläuterten, dass der Kläger ausgeführt habe, dass es keine Vergewaltigung gegeben habe und dass die Beschuldigungen durch ein Missverständnis entstanden seien. Er bekundete gegenüber dem Gericht seine Zustimmung und Verzeihung.

Derzeit haben drei der Angeklagten in diesem Fall einschließlich von Mehrab Eyvazi ein Todesurteil erhalten und befinden sich im Erwachsenengefängnis in Ardebil.