Iran-Update

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Hinrichtungen im Iran: Töten ganz leicht gemacht!

Shahram Ahmadi soll sterben. Das Urteil der Exekution soll nun endgültig sein. Das Oberste-Gericht im Iran hat das ausgestellte Todesurteil gegen Shahram Ahmadi aus dem Jahre 2012 bestätigt.


IRAN: Zwei Männer am Pranger in den Straßen von Pakdasht

Das fundamentalistische Regime hat am Montag zwei junge Männer in den Straßen von Pakdasht südöstlich von Teheran an den Pranger gestellt, eine entwürdigende Maßnahme, um die Äußerung sozialen Widerspruchs von Jugendlichen zu entmutigen.


Im Iran sieht sich ein Mann, obwohl minderjährig, dem Tod gegenüber für „Anzettelung des Krieges gegen Gott”

Das Oberste Gericht des Iranischen Regimes hat die Verhängung der Todesstrafe gegen Barzan Nasrollahzadeh bestätigt, der als Schüler dafür ins Gefängnis gekommen ist, dass er „Krieg gegen Gott angezettelt“ hat.


Kein Kopftuch: Irans Polizei kassiert Autos ein

Teheran. Frauen, die sich nicht an die Kleidervorschriften halten, müssen im Iran auch beim Autofahren aufpassen: Seit März konfiszierte die Verkehrspolizei mehr als 40.000 Fahrzeuge von Frauen, die im Auto ihr Haar nicht unter einem Kopftuch verborgen hatten.

  • Freigegeben in Frauen


Ölpreis fällt unter 35 $

Die Rohölpreise haben ihr Abrutschen am Montag fortgesetzt, so dass sie nahe an ihren tiefsten Punkt vor 11 Jahren herangekommen sind. Sie liegen jetzt unter 35 US $ je Barrel. Am Freitag gab die Internationale Energieagentur (IEA) [selbständige Einheit der OECD] bekannt, dass der weltweite Angebotsüberschuss sich wahrscheinlich im kommenden Jahr verringern und die Preise mehr unter Druck setzen wird, berichtet Reuters.


Demokraten und Republikaner sagen, dass die USA das Verhalten des iranischen Regimes mehr im Blick haben müssen

In beiden Kammern des Kongresses gibt es Besorgnisse über das Verhalten des iranischen Regimes. Einige der stärksten Verbündeten von Präsident Obama in Bezug auf das Atomabkommen schließen sich dort seinen schärfsten Kritikern an, um eine gemeinsame Antwort auf die Raketentests von Teheran zu fordern, berichtet die Washington Post.


Iran: Pakistanis für den Kampf in Syrien rekrutiert

Menschen mit pakistanischer Staatsangehörigkeit wurden vom Corps der Revolutionsgarden (IRGC) im Iran rekrutiert, um gegen den syrischen Diktator Bashar al-Assad zu kämpfen. Unter ihnen gab es in den allerletzten Wochen immer mehr Todesfälle.

  • Freigegeben in Syrien


Der Iran wird von verheerendem Extremismus heimgesucht

Von Ali Safavi, Nationaler Widerstandsrat des Iran

Die scheußlichen terroristischen Angriffe der vorigen Woche in San Bernardino und die des vorigen Monats im Paris machten deutlich auf die wachsende Bedrohung aufmerksam, die vom islamischen Extremismus ausgeht. Diese üble Ideologie tendiert dazu, neue Formen anzunehmen – einst al-Qaida, jetzt ISIS.


Im Norden des Iran wurde ein Häftling erhängt

NCRI – Die Schergen des iranischen Regimes erhängten in dem Gefängnis der Stadt Gorgan, im nördlichen Iran, einen 36jährigen Vater dreier Kinder.
Das Opfer wurde als Hossein Naybandani benannt. Er war wegen „Transports und Besitzes von Drogen“ zum Tode verurteilt worden.


Kampf gegen den IS Schiitische Milizen unter den Bodentruppen

Deutschlandfunk

05.12.2015

Die Terror-Truppen des IS haben auch Gebiete im Nord-Irak besetzt. Eine internationale Koalition geht dort gegen sie vor. Sie unterstützen Bodentruppen aus lokalen Kräften, in diesem Fall die kurdischen Peschmerga. Doch mittlerweile sind unter den Truppen auch schiitische Freiwilligenmilizen, die ihre ganz eigene Agenda verfolgen.

Von Marc Thörner

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Schiitische Kämpfer unterstützen die irakische Armee beim Kampf gegen die IS-Miliz.


Duskhurmatu, eine Kleinstadt im Nordirak, unweit der Ölfelder von Kirkuk. Gut 150 Kilometer sind es von hier noch bis Bagdad.

"Das ist eigentlich eine kurdische Stadt, aber man sieht hier überall unterschiedliche schiitische Fahnen, Bilder von Ali, schwarze Parolen."

Ali, der Stammvater der Schiiten, volkstümliche Darstellungen schiitischer Märtyrer auf Plätzen und Fassaden – genauso wie im Iran.

Fuad Zindani ist in diesem Teil von Kurdistan aufgewachsen. Der Vorsitzende einer kurdischen Menschenrechtsorganisation hat später jahrelang in Deutschland gelebt. Was er hier sieht, hat nichts mehr mit dem Ort zu tun, den er mal kannte. Im Zentrum: Bilder der Verwüstung. Selbst an der Hauptstraße stehen viele Häuser leer, die Türen sind herausgebrochen, die Fensterränder rußgeschwärzt. Scherben und Möbelreste liegen auf den Gehwegen davor.

"Man sieht hier mehrere Läden, zahlreiche Läden verbrannt, die gehörten Kurden. Man sieht darauf mehrere Fahnen der Schiiten, schiitische Fotos. Ein großes Foto von Imam Ali."

Vor vielen Geschäften sind die Rolläden heruntergelassen. Auf einigen davon steht, in roten, arabischen Buchstaben: "Kurde". Andere sind, ebenfalls mit roter Farbe, von oben bis unten durchkreuzt. Selbst auf dem Markt ist es ruhig, kaum Käufer, kaum Verkäufer. Niemand möchte etwas sagen, außer Sch'tiwan, einem kurdischen Händler, der auf seinem Karren Gurken und Tomaten anbietet:

"Sie haben mehr als Hundert Häuser und Läden von Kurden verbrannt. Sie haben mehrere Zivilisten gefangen genommen und gefoltert."

"Sie?" Wer sind "sie"? Der Händler blickt sich sorgfältig nach allen Seiten um. Erst dann antwortet er:

"Die schiitischen Freiwilligenmilizen, die Hascht al Schaabi. Vor rund zwölf Monaten wurden sie hier her geschickt, um gegen den IS zu kämpfen. In unserer Stadt gibt es Kurden, zudem arabische Minderheiten und turkmenische Schiiten. Die schiitischen Freiwilligenverbände versuchen jetzt, die kurdische Mehrheitsbevölkerung zu vertreiben und ihre Häuser zu übernehmen, also zu enteignen. Meine Verwandten haben sie bereits aus ihren Wohnungen in der Stadt verjagt."

Schiitenmilizen wollen den Einfluss des Iran auf Kurdistan ausdehnen

Die frei gewordenen Immobilien, sagt er, erhielten Angehörige der schiitisch-turkmenischen Minderheit. So oder ähnlich bestätigen uns das auch andere Einwohner der Stadt. Die Hascht al Schaabi, die Schiitenmilizen, heißt es immer wieder, versuchten Duskhurmatu zu einer schiitisch dominierten Stadt zu machen und so den Einflussbereich des Iran auf Kurdistan auszudehnen. Der Zentralregierung in Bagdad scheint das aber nicht allzu viel auszumachen:

"Nachdem die irakische Armee durch Angriffe von ISIS zerschlagen wurde. Diese Hascht al Schaabi sind ein Teil der Regierungstruppen."

Sadi Ahmed Pire sitzt im Politbüro der PUK, der Patriotischen Union Kurdistans. Einer der zwei großen Parteien, die sich unter Präsident Masud Barzani traditionell die Macht in der kurdischen Autonomieregion, im Norden des Irak teilen. Pire, hat in Wien studiert und spricht fließend Deutsch. Die Debatten in Deutschland und Europa verfolgt er sehr genau. Fordert man nicht gerade dort ein breites Bündnis aller Kräfte gegen den Terror des IS? Genau so ein Bündnis, unterstreicht er, habe man auch in der kurdischen Autonomieregion geschlossen.

"Und Mr. Barzani hat gemäß der Entscheidung der 62 Länder, die zusammen kooperieren gegen diese Terrorfront gesagt: OK, Irak soll auch mitmachen. Man fragt den Irak: Wer sind deine Truppen? Sagt er: Soviel reguläre Armee – so viel Hascht el Schaabi. Man kann zu Hascht al Schabi nicht sagen: Ich kann nicht mit denen arbeiten. Das ist die Kraft, die die Regierung hat."

Regierungstruppen also, die die Bevölkerung aus ihren Häusern und Geschäften vertreiben? Wir versuchen, mit diesen Hascht al Schaabi, diesen schiitischen Freiwilligen, Kontakt aufzunehmen. Sie zu finden, ist nicht schwer. Denn an den bunten Fahnen der unterschiedlichen Einheiten lassen sich die Häuser leicht erkennen, die sie beschlagnahmt und zu Kasernen umfunktioniert haben. Vor einem Komplex, der wie eine ehemalige Schule aussieht, fragen wir den Wachtposten nach seinem Kommandanten. Er zögert und bedeutet uns dann, ihm zu folgen.

In einem Innenhof lungern viele junge Männer in selbst zusammengestellten Tarn-Uniformen herum. Einige auf Prischen, andere auf Matten. Als wir eintreten starren sie uns verwundert an; wirken unangenehm berührt. Dann kommt der Kommandant: ein hochgewachsener Mann in olivfarbener Kampfuniform, mit schwarzweiß gemustertem Halstuch.

Was wir hier zu suchen haben. Ein Gespräch? Er nimmt sein Handy und verschwindet telefonierend in einem der Räume. Inzwischen sammeln sich immer mehr Milizionäre, starren uns an. Junge Männer zwischen 18 und 25. Wir werden aufgefordert, auf einer Bank am Rand des Innenhofs Platz zu nehmen. Das Kasernentor schließt sich. An den Uniformen einiger Schiitenmilizionäre fällt dem kurdischen Menschenrechtler Fuad etwas auf. Offenbar gehören sie zu den iranischen Revolutionsgarden, den Pasdaran.

"Auf dem rechten Arm, auf den Klamotten, gibt es ein Zeichen für iranische offizielle Pasdar. Wenn die einfach die Tür zu machen, können wir nicht raus, weil die sind bewaffnet. Wenn sie uns entführen als Kidnapper, was sollen wir machen? Es gab hier mehrere Entführungen, Ermordungen. Ich hab gemerkt: Die sind Iraner da drinnen. Die Iraner, natürlich, sie wollen die Europäer haben."

Bodentruppen, die aus Verbrechern bestehen?

Nach einigen Minuten, die quälend langsam zu verstreichen scheinen, taucht der Kommandant wieder auf: Gesprächsanfrage abgelehnt. Die Tore öffnen sich. Wir treten wieder auf die Straße. Setzen uns ins Auto. Beeilen uns, aus der Gegend wegzukommen.

Aus Fuads Sicht ist die PUK, die zweite große Kurdenpartei für die Lage in Duskhurmato verantwortlich. Kurdenführer Talabani und seine Gefolgsleute unterhalten enge geschäftliche und politische Beziehungen zum Ayatollah-Regime in Teheran. Und die Gegend um Kirkuk, und damit auch die Stadt Duskhurmatu, gehört zum Machtbereich der Patriotischen Union Kurdistans. Sadi Ahmed Pire aus dem Politbüro der PUK will allerdings von einer möglichen Präsenz iranischer Revolutionswächter nichts wissen.

"Bodentruppen Iran? Wir haben nicht. Diese Hascht al Schaabi, die meisten sind ... manche sind Verbrecher, die aus dem Gefängnis freigelassen wurden. Kriegszustand, das ist Dschungelgesetz."

Bodentruppen, die aus Verbrechern bestehen? Oder doch iranische Revolutionswächter mit ihrer ganz eigenen Agenda? In einem wie im andern Fall: Für den IS wäre das nur von Vorteil. So nämlich kann sich die sunnitische Terrororganisation einer verzweifelten Bevölkerung gegenüber als Retter anbieten, als einzig wahre Schutzmacht im Konflikt mit dem Iran und den Schiiten.



 

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